Das OASE TW-Plus-Angebot bezieht sich in der Regel auf Jugendliche, die schon längere Zeit in der OASE leben und mit großer Sicherheit bis zur Erreichung ihrer Volljährigkeit – mangels Alternativen – in der Fremdunterbringung verbleiben müssen. (Im begrenztem Ausmaß können auch Jugendliche direkt ins TW-Plus aufgenommen werden, die davor nicht in der OASE betreut wurden.)

In solchen Fällen überlegen wir uns, sie aus der Wohngemeinschaftsgruppe herauszulösen und ihnen die Chance zu offerieren, ein selbständiges Leben, das mit der Erreichung der Volljährigkeit ohnehin Realität wird, im unterstützten Bereich des „Trainingswohnen Plus“ zu erproben. Ziel ist die Verselbständigung.

Da dieses „Leben lernen“ unter möglichst wirklichkeitsnahen Bedingungen stattfinden soll, bekommen die Jugendlichen eine Kleinwohnung und ein Haushaltsbudget zur Verfügung gestellt.

In einem Vertrag werden die Bedingungen für diese Betreuungsart formuliert (Aufgliederung des Haushaltsbudgets, Abrechnungsmodus, Instandhaltung und Sauberkeit, Besuchsregelungen, Haustierhaltung etc.).

Die Betreuungsintensität und die Betreuungsart (etwa Unterstützung bei der Haushaltsführung und bei schulischen oder beruflichen Themenstellungen, Hilfestellung bei der Lebensplanung, Assistenz in Krisensituationen etc.) werden flexibel gestaltet.

Auch die Jugendlichen im Trainingswohnen Plus haben Anspruch auf alle sonstigen Leistungen, die in OASE-Einrichtungen üblich sind (z.B.: therapeutische Unterstützung, Intensivsprachkurse, Übernahme der Kosten, die aus Mitgliedschaften bei kulturellen oder sportlichen Vereinen resultieren, Urlaub).

Etwaige Schwangerschaften von Jugendlichen führen nicht zwangsläufig zu einer Veränderung des Betreuungskontextes (z.B. Betreuung in einer spezialisierten Mutter-Kind-Einrichtung). Nach sorgfältiger Abwägung der Kompetenzen der Jugendlichen kann in der OASE gemGmbH ein entsprechendes Betreuungskonzept realisiert werden, das gewährleistet, dass die werdende Mutter optimal auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet wird, ohne ihr gewohntes Lebensumfeld zu verlieren.